BW96 Schenefeld Trainer im Alexander Ohlandt im Interview

BW96 Schenefeld Trainer im Alexander Ohlandt im Interview

Dienstag, 08 September 2020
BW 96 Floorball

Auftakt gegen den amtierenden Meister – Schenefeld vor Saisonstart Am kommenden Samstag starten die Blau-Weißen nach 6 Monaten Corona-Zwangspause in die neue Bundesliga-Saison. Zum Start wartet direkt ein echter Brocken: der MFBC aus Leipzig. Die Ostdeutschen sind nach dem Abbruch der Vorsaison im März nach wie vor amtierender Meister und werden auch in dieser Saison um den Titel mitspielen. Der neue Spielertrainer Alexander Ohlandt ordnet im Interview mit Sören Gittek die neue Saison, die Blau-Weißen Ziele und insbesondere die kommenden Gegner ein.

Sören Gittek: Was ist dein Ziel für die kommende Spielzeit?

Alexander Ohlandt: Meine Zielsetzung besteht darin sich bis zur Postseason soweit wie möglich zu entwickeln, um spätestens dort den Klassenerhalt sicherzumachen. Die Spiele bis dorthin sehe ich eher als Lernerfahrungen. Das mag ernüchternd klingen, aber wenn man sich unsere Personalsituation genauer anschaut, kann man leider zu keinem anderen Schluss kommen. Wir gehen als Aufsteiger in die 1. Bundesliga und haben mit Johannes Gebauer einen unserer besten Spieler an einen studienbedingten Umzug verloren. Mit Jonathan und Jakob Heins mussten wir zwei weitere Spieler nach Schweden verabschieden, die seit der letzten Saison trotz ihres jungen Alters zu den absoluten Leistungsträgern zählen. Mit Felix Irrgang verlies uns auch der vierte aktuelle oder ehemalige Nationalspieler im Bunde bereits im Verlauf der letzten Saison. Damit sind wir vermutlich das einzige Bundesligateam, das weder einen deutschen Spieler mit internationaler Wettkampferfahrung noch einen Legionär im Kader hat. Hinzu kommen noch andere Spielerabgänge, die das Floorballspiel in Schenefeld in den letzten Jahren geprägt haben und so ebenfalls ihren Anteil daran haben, dass wir jetzt überhaupt wieder in der Bundesliga spielen. So viele Abgänge ohne erfahrene Neuzugänge, lässt nur die Erwartungshaltung zu gegen den direkten Abstieg zu spielen. Hinzu kommt, dass wir mit mir jetzt auch noch einen komplett neuen Coach haben, der versucht neue Ideen zu etablieren. Bis solche Ideen aber auf dem Spielfeld sichtbar werden, dauert es in der Regel. Dass werden wir vermutlich gerade in der ersten Saisonhälfte besonders stark spüren und sehen. Andererseits kann ich mich aber auch gut mit der Rolle des Underdogs anfreunden, denn so können wir auch kleine Zwischenerfolge auf dem Weg zur Postseason umso stärker feiern.

Sören Gittek: Inwieweit werden Geisterspiele das Schenefelder Spiel beeinträchtigen?

Alexander Ohlandt: Wir hatten in den ersten beiden Bundesligajahren und selbstverständlich auch in der zweiten Liga stets gut gefüllte und lautstarke Tribünen bei Heimspielen, die mit der durchschnittlichen Kulisse in der Bundesliga locker mithalten konnten. Unsere Fans haben in dieser Zeit einen großen Teil dazu beigetragen, dass wir knappe Spiele zu Hause noch für uns entscheiden konnten. Dieser Einflussfaktor fällt jetzt leider weg, wodurch es auf jeden Fall nicht leichter wird, wichtige Punkte in eigener Halle zu sichern.

Sören Gittek: Bist du mit dem verhältnismäßig kleinen Kader zufrieden oder hättest du gerne noch weitere Spieler dazubekommen?

Alexander Ohlandt: Der Kader ist schon klein, aber dafür sind wir eine hochmotivierte, eingeschworene Floorball-Familie, die im Kern schon seit sehr langer Zeit zusammenspielt. Dieser Zusammenhalt ist eine Stärke von uns, die wir an verschiedenen Stellen ausspielen werden. Neue Spieler, die bereits Erfahrung auf Bundesliga- oder vergleichbarem Niveau haben, wären natürlich auch schön gewesen, aber ich hätte mich vor allem darüber gefreut, wenn unsere Abgänge bei uns geblieben werden. Mit dieser Kadergröße wird es zwar eine anstrengende Saison für das Team, aber ich bin mir sicher, dass wir zusammen eine gute Zeit haben werden und den ein oder anderen Erfolg erkämpfen werden.

Sören Gittek: Wie bewertest du die Eindrücke aus den letzten Testspielen?

Alexander Ohlandt: Ich bin zufrieden mit der Umsetzung der Trainingsinhalte, die ich in der aktuellen Vorbereitung eingeführt habe. Die Testspiele haben uns gezeigt was wir gut hinbekommen und an welchen sehr konkreten Punkten wir arbeiten müssen. Sie haben für uns also genau das geleistet, was sie machen sollten.

Sören Gittek: Abschließend: wie schätzt du die beiden ersten Gegner und etablierten Bundesligisten MFBC Leipzig und UHC Sparkasse Weißenfels ein?

Alexander Ohlandt: Leipzig und Weißenfels haben nicht nur in den letzten beiden Jahren sondern auch bereits in dieser Saison beim Vorbereitungsturnier in Weißenfels gezeigt, dass der Weg zur Meisterschaft nur an ihnen vorbeiführt. Ich denke es gibt niemanden in der deutschen Floorball-Landschaft, der die beiden Teams nicht mindestens in den Top-3 sieht und auch ich erwarte, dass das Playoff-Finale zwischen diesen beiden Teams ausgetragen wird. Das Ziel für uns an diesen beiden ersten Spieltagen kann nur darin bestehen nicht unter die Räder zu kommen. Denn beide Teams haben herausragende Einzelspieler, die nahezu jede Abschlussgelegenheit nutzen, aber sich gleichzeitig einer etablierten, gemeinsamen, mannschaftstaktischen Struktur unterordnen. Andere Teams haben häufig zwei bis drei abschlussstarke Spieler auf die man ein besonderes Augenmerk legen sollte. Diese beiden Teams treten dagegen mit kompletten Lines an, die alle eine überragende Torgefahr ausstrahlen, sodass jeder Fehler eiskalt bestraft wird. Es wird ein schwerer Start in die Saison, aber gleichzeitig ist uns allen auch bewusst, dass unser Saisonziel nicht in den Spielen gegen MFBC und Weißenfels entschieden wird.

Schenefeld vs. MFBC Leipzig Samstag, 12.09.2020, 15 Uhr Schulzentrum Achter de Weiden, Schenefeld Zuschauer sind nicht zugelassen

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