Persönlichkeit und Leistungssport

Persönlichkeit und Leistungssport

Mittwoch, 12 August 2020
Sharks Hamburg

-ein besonderes Camp an einem außergewöhnlichen Ort

Teenager zwischen 12 und 15 Jahren sitzen in den Ferien doch nur zu Hause rum und spielen Playstation oder Fortnite am PC. Dieses Szenario gibt es sicherlich sehr häufig. Doch wissen viele Jugendliche sich nicht mehr sinnvoll mit Gleichaltrigen zu beschäftigen als nur virtuell.

Das es auch anders geht, zeigt das Sharks JBBL Sommercamp.

6:45 Uhr heißt es Aufstehen und fertig machen für den Morgenlauf. Alle Spieler sind pünktlich, keiner murrt, 30 Minuten wird gelaufen, die Stimmung ist super, die Spieler fokussieren sich auf den Lauf. Mitten im Lauf wird angehalten, Lars Mittwollen, Head-Coach der JBBL und Coach für Persönlichkeitsentwicklung erzählt eine sogenannte „Motivational Story“ ehe es weitergeht und jeder Spieler den Lauf mit einem kurzen Bergsprint zu Ende läuft. Jeder für sich und jeder mit dem Willen es besser als den Vortag zu machen.

Spieler im Sharks JBBL Team wissen, dass sie von Lars Mittwollen und seinen Assistant Coaches Caro und Sascha nicht nur reines Basketballtraining 2-mal am Tag erhalten. Darüber hinaus geht es um die Persönlichkeit, die sie dazu befähigt, das Beste aus sich heraus zu holen. „Die Spieler, die sich entscheiden, das Abenteuer JBBL anzugehen, brauchen mehr als nur Basketballtraining.“ So Lars Mittwollen, der schon seit vielen Jahren Teenager an den Leistungssport heranführt, unter anderem Justus Hollatz, der mittlerweile eine feste Größe im Erstbundesligakader der Towers ist.

Im Camp werden Inhalte nicht nur theoretisch an den Jugendlichen herangebracht, sondern sie werden auch gelebt. Eine wichtige Voraussetzung um bei den Sharks in der JBBL spielen zu können, ist die Bereitschaft an sich zu arbeiten und neue, manchmal auch schwierige Ansätze umsetzen zu wollen. „Positives Denken“ heißt eines der Säulen auf dem eine starke Persönlichkeit steht. Die Kunst bei schwierigen Rückschlägen, sei es im Training oder im Spiel, dennoch das Positive für sich heraus zu ziehen. Prozesse mit einem für sich positiven Ergebnis abschließen zu können. Auch die Erkenntnis wie es sich anfühlt, wenn andere mich unterstützen als mich ständig zu kritisieren. Somit wird in jeder Situation im Training zuerst das positive gesehen, ehe es darum geht, bestimmte Aspekte zu optimieren. Dabei ist es wichtig zu sehen, dass das bisherige Verhalten nicht falsch war, nur dass es einen nicht unbedingt dahin geführt hat, wohin man wollte.

Es geht dabei nicht um eine rosarote Welt, die Mittwollen seinen Schützlingen vor machen will. Vielmehr ist es ein Angebot sich so zu verhalten, dass es einem selber anders oder sogar besser geht. Eines der Themen, die den Jugendlichen gar nicht schmeckt ist der Verzicht auf das Handy. Dabei wird den Jugendlichen rückgemeldet, was passiert, wenn sie 2-3 Stunden pro Tag, was insgesamt knapp 1,5 Monate durchgehender Handy Konsum bedeutet, ausmacht. Vor allem aber werden die Auswirkungen auf die Leistungsfähigkeit im Leistungssport erfahren. 6 Tage ohne Telefon und die Jugendlichen starten fokussiert in den Tag und lassen sich nicht mit unwichtigen Themen ablenken. Selbsterfahrung schafft die größten positiven Entwicklungen.  

Ein weiterer Punkt sind die eigenen Ziele. Die Spieler sollten sich schon vor dem Camp mit dem Leben ihres Vorbildes auseinandersetzen. Im Camp sollten sie eine Eigenschaft ihres Vorbildes auswählen und diese für sich versuchen in einem Zielbild einzufügen. Dabei wurde den 22 Jungs verdeutlicht wie sie es schaffen, ein Ziel erreichen zu können. Mit der Challenge den Prozess vorzubereiten und mit einem Partner abzustimmen, ging es in die nächste Runde. Kein Team kann sich Ziele setzen, wenn die Spieler keine Ahnung davon haben, was ihre Eigenen sein könnten. Erst wenn jeder einzelne im Team eine Vision hat, die so stark ist, dass er sie erlangen will, ist die Frage ein gemeinsames Ziel im Team zu erreichen ein Kinderspiel.

Jeden Tag ein Morgenlauf, 2 Trainings a 3 Stunden mit Athletik und Basketballinhalten auf Top-Niveau und jeder Menge Bereitschaft sein Bestes zu geben – nicht für den Trainer, sondern für sich selber – bringt Spieler dazu im Leistungssport und darüber hinaus scheinbar unmögliche Ziele erreichen zu können und Inspiration für andere zu sein.

Auf dem Camp gab es zum Beispiel ein Spieler, der sehr klein für die JBBL ist. Er ist noch jünger, aber mit einem unglaublich starken Willen. Er weiß darum, dass er deutlich kleiner ist als der Rest, aber er will sich gerade gegen die größeren Spieler etwas beweisen und bei jedem Mal wo er auf dem Hosenboden liegt, steht er auf und ist motivierter denn je. Obwohl er gerade erst 12 Jahre alt ist, ist er schon jetzt Inspiration für andere in seinem Team es ihm gleich zu tun.

„Nach 6 Tagen merke ich, wie Jugendliche, die vorher viel meckern und oftmals nur das Negative in Situationen sehen, sich mit Spaß an schwierige Situationen herantrauen. Was würde es bedeuten, wenn wir alle versuchen mehr das Positive in Situationen und Beziehungen zu sehen, als nur die Dinge die schlecht laufen. Vielleicht wären alle ein wenig entspannter und glücklicher. J“ so Lars Mittwollen nach dem Camp

Mehr als nur eine kleine Aufmerksamkeit:

Der Veranstaltungsort Sunderhof in Eddelsen ist den Sharks schon seit langen Jahren ein großartiger Partner. Vor allem das „Rookie Camp – Glaub an Dich!“ findet alljährlich mit bis zu 80 Kindern zwischen 8 und 12 Jahren im Sommer statt. Leider musste das Camp dieses Jahr wegen der Pandemie aussetzen. Dennoch haben viele Teilnehmer einen kleinen Betrag gespendet um den Sunderhof in dieser schweren Zeit zu unterstützen. Knapp 1.000 Euro kamen dabei zusammen. Vielen Dank an alle Familien, die sich dabei beteiligt haben.   

Lars Mittwollen
Sportlicher Leiter Sharks Basketball / Head-Coach JBBL Sharks-Hamburg 

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