Crocodiles auf der Jagd nach Sternen

Crocodiles auf der Jagd nach Sternen

Dienstag, 13 März 2018
Crocodiles Hamburg

Den Eishockeysport in Hamburg am Leben halten und nachhaltig entwickeln – so lautet das Credo der Verantwortlichen der Crocodiles Hamburg. Und es ist viel passiert in den vergangenen zwei Jahren: Auf eine extrem erfolgreiche, von Euphorie getragene Saison folgte eine für alle Beteiligten eher durchschnittliche, von Verletzungspech geprägte Spielzeit der Oberligamannschaft im zweiten Jahr. Doch der Verein besteht nicht nur aus der ersten Herrenmannschaft. Der Nachwuchs- und Amateursport der Eishockey-Abteilung gedeiht prächtig. Die jüngsten Erfolge, die Verbandsliga-Meisterschaft der Crocodiles Hamburg 1b, die Meisterschaftsambitionen der U-19 Jugend und der Damenmannschaft, ebenso wie der Sprung der Talente Leo Prüßner und Paul Mattwich in die Oberligamannschaft nehmen wir zum Anlass, einen Blick auf die Entwicklung der Eishockeyabteilung des FTV in der jüngeren Vergangenheit zu werfen.

Eine, die diese Entwicklung schon seit 18 Jahren begleitet und prägt, ist Susann Noll, Eishockey-Abteilungsleiterin im FTV. „Was sich in den vergangenen beiden Jahren hier getan hat, ist wirklich enorm. Das fängt bei der Organisation an und hört beim starken Zuwachs unserer Mitgliederzahlen auf“, so Noll. Um eine erfolgreiche Nachwuchsarbeit leisten zu können, orientieren sich die Verantwortlichen am Fünf Sterne Programm des Deutschen Eishockey Bundes (DEB). „Mit diesem Programm soll die Nachwuchsarbeit der Vereine verbessert werden. Bei guter Umsetzung werden die Clubs mit Sternen und entsprechenden Fördergeldern belohnt, bei einer mangelhaften Umsetzung gibt es wenig oder keine Punkte und für DEL-Vereine sogar Strafen“, erklärt die Abteilungsleiterin. Die Sterne werden in fünf Kategorien vergeben: Der Bereich Start bzw. Rekrutierung (U8/U10), Grundlage/Aufbau (U12/U14), Leistung (U16), Leistung (U19) und das Umfeld. „Dieses Programm ist äußerst umfangreich und erfordert so viele Maßnahmen, dass wir einen hauptamtlichen Nachwuchskoordinator einstellen mussten.“ Dieses Amt bekleidet seit Mai 2017 Spencer Eckhardt. Der 23-Jährige hat als Trainer eine C-Lizenz, ist lizensierter Torwarttrainer und studierter Sportwissenschaftler. In der Spielzeit 2016/17 konnten noch keine Sterne erreicht werden, das soll sich nun unter der Leitung des gebürtigen US-Amerikaners ändern. „Ich kümmere mich hier um den Nachwuchs und verwalte die Nachwuchsarbeit, überprüfe Trainingspläne, unterstütze alle Trainer auf und neben dem Eis und versuche, die zusätzlichen, organisatorischen Arbeiten abzunehmen, damit die Trainingsarbeit im Fokus steht. Für die Umsetzung des Programms muss jedes Training dokumentiert und vorgewiesen werden können“, erklärt Eckhardt seine Aufgabenfelder. Das Werk des Nachwuchskoordinators in enger Zusammenarbeit mit Susann Noll trägt bereits Früchte. So konnten deutlich mehr Eiszeiten angeboten werden. „Da haben wir flächendeckend besser arbeiten können und konnten Spieler zu uns locken, die es mit Leo Prüßner und Paul Mattwich zum Teil sogar in die Oberliga geschafft haben. Das ist für uns ein Zeichen, dass wir uns auf dem richtigen Weg befinden. Nun möchten wir die Spieler auch durchgehend ausbilden, damit auch Eigengewächse den Sprung in die Oberliga-Mannschaft schaffen, wie Tobias Bruns.“

Aber der Weg dahin ist nicht leicht. „Wir arbeiten eng mit der Geschäftsstelle der Oberligamannschaft zusammen und tauschen uns regelmäßig aus. Das Sommercamp beispielsweise hätten wir ohne einen Partner der Oberliga nicht durchführen können“, sagt Eckhardt. Ermöglicht hat das erste Sommercamp der Crocodiles der Partner ixxconsult GmbH. „Das Camp im August wurde sowohl seitens unseres Partners, als auch von uns und den Kindern als ein voller Erfolg bewertet. Für alle Beteiligten war es ein besonderes Erlebnis. Die Kids konnten erstmalig ein solches Camp bei den Crocodiles erleben und haben in der Woche große Fortschritte gemacht. Auch die Trainer konnten viel lernen und neues ausprobieren“, schwärmt Spencer Eckhardt. Die ixxconsult GmbH ist bei weitem nicht der einzige Partner der Herrenmannschaft, der sich im Nachwuchs engagiert. Hauptsponsor Hapag-Lloyd stattete alle Mannschaften der Abteilung mit Trikots aus und stellt zwei Container zur Verfügung, die als zusätzliche Lagerfläche genutzt werden können. „Es freut uns natürlich sehr, dass wir endlich ein einheitliches Auftreten, von den Kleinsten bis hin zur Oberliga haben. Das steigert die Identifikation aller Mannschaften und Spieler mit dem Verein und motiviert zusätzlich,“ sagt der 23-Jährige.

Zu einer stärkeren Identifikation hat auch das im November 2017 veröffentlichte, vereinseigene Stickeralbum der Crocodiles Hamburg beigetragen. Hier beteiligten sich unter anderem die Partner Dat Backhus, Alsterradio und Medimax sowie Optik Heidig und Sunspeed. Der Gewinn aus dieser Aktion floss in alle Mannschaften des Nachwuchses. „Das sind aber bei weitem nicht die einzigen Partner, die sich im Nachwuchs engagieren. Viele Partner helfen in diversen Bereichen, und dafür sind wir sehr dankbar“, so Eckhardt.

„Die 1. Herrenmannschaft ist natürlich das Zugpferd in vielerlei Hinsicht. Durch den medialen Fokus und die Anzahl der Zuschauer auch im Bereich Sponsoring. Aber wir legen eben sehr viel Wert auf die Nachhaltigkeit im Eishockeysport und daher tauschen wir uns untereinander mit Susann Noll und Spencer Eckhardt regelmäßig aus. Bei Gesprächen mit aktuellen Partnern oder aber potenziellen neuen Sponsoren beziehen wir dann neben der Oberligamannschaft natürlich auch unsere Arbeit im Nachwuchs- und Seniorenbereich mit ein. So schaffen wir nicht nur eine wirtschaftliche Grundlage, um Anforderungen des Fünf Sterne Programms zu erfüllen, sondern fördern mit Aktionen wie den einheitlichen Trikots oder aber dem Stickeralbum auch den Teamgedanken aller Teams untereinander“, erklärt Christian Schuldt, Geschäftsführer der 1. Hamburger Eissport GmbH.

Neben den Erfolgen trägt die verbesserte Nachwuchsarbeit auch zum Wachstum der Eishockeyabteilung bei. „Unsere Laufschule quillt langsam über. Mittlerweile haben wir samstags bei der Hauptlaufzeit regelmäßig über 70 Kinder“, erzählt Abteilungsleiterin Susann Noll. Um dem Zustrom gerecht zu werden, wurde eine zweite Laufzeit eingerichtet, die am Dienstag beim Bambini-Training stattfindet. „Da stehen inzwischen auch über 50 Kinder auf dem Eis. Und bei den Kleinschülern sieht es genauso aus. Im unteren Bereich haben wir also einen enormen Zustrom zu verzeichnen“, ergänzt Eckhardt. Der Nachwuchskoordinator sagt den Crocodiles eine rosige Zukunft voraus. „Wenn wir hier eine gute und kontinuierliche Nachwuchsarbeit leisten können, haben wir spätestens in fünf bis sechs Jahren Herrenspieler, die gänzlich bei den Crocodiles ausgebildet wurden. Das hat Seltenheitswert.“

Ob es Sterne für die Crocodiles Hamburg geben wird, entscheidet sich Ende März. Geprüft wurde die Nachwuchsarbeit am 12. März vom Ex-DNL-Trainer der HSV Young Freezers, Morgan Svensson. „Ich rechne vorsichtig mit einem, vielleicht sogar zwei Sternen“, sagt Spencer Eckhardt. Mehr könne derzeit nicht erreicht werden. „Es fehlen fünf bis sechs Stunden Eiszeit pro Woche in den Bereichen U16 und U19. Außerdem haben wir da im Moment noch nicht genügend Spieler und keine festen Kabinen.“ Auch im Bereich „Umfeld“ werde man in diesem Jahr noch keinen Stern holen können. „Da bräuchten wir unter anderem noch einen zweiten hauptamtlichen Trainer, Trockenräume für die U12 und U14 und einem Kraftraum. Das braucht Zeit und Geld. Und natürlich auch Platz für die Räumlichkeiten.“

Wohin das Geld aus den erzielten Punkten und Sternen fließen würde, kann sich Spencer Eckhardt schon gut vorstellen: „In erster Linie in die Eiszeiten und die kontinuierliche Verbesserung unserer Nachwuchsarbeit.“

Quelle: Pressetext Crocodiles 

share

We use cookies to ensure that we give you the best experience on our website. If you continue to use this site we will assume that you are happy with it. Ok